Freitag, 16. Juni 2023
MonaLieschen
Mittwoch, 3. Juni 2015
Facebookaphorismus
Facebook will nun in Paris künstliche Intelligenz erforschen, was vielen Medien eine Meldung wert war, genau wie das Leseprogramm von Zuckerberg, weil beides etwas besonderes ist, auffällig im sonst so hohlen Imperium der Katzenbilder und Tierfreunde und fraglich ist nur, warum sie sich nicht lieber der menschlichen widmen, statt ihren Schwarm weiter mit Spielchen zu verblöden.
jt 3.6.15
Toleranzaphorismus
Mit der Religion hatte der Alte Fritz nichts am Hut, jeder solle nach seiner Fasson selig werden, war sein Wahlspruch als Ausdruck von Toleranz, die für die Gläubigen nur eine negative war, den für diese einzig wahren Glauben relativierte, wo nicht verspottete, nach Goethe wäre sie eher prometheußsch gewesen, um dein, also die Götter, nicht zu achten, wie es dort hieß, im Sinne der Aufklärung und Toleranz aber, war sie das Beste, was ein König bis dahin von sich gab, die sonst ihre Legitimation von eben den erdachten Göttern herleiteten und es wird Zeit, dass diese Intoleranz gegenüber den intoleranten Seiten jeder Religion, die alle in Nuancen sich nur unterscheiden, quasi austauschbar sind, als echte Toleranz gegenüber der Freiheit unstrittig verstanden wird, denn kein Aberglaube ist besser, jeder nach seiner Fasson, was zählt, ist nur, was wir auf Basis der Vernunft miteinander vereinbaren, wobei gilt, Toleranz den Toleranten aber Intoleranz, Humor und notfalls Härte gegenüber dem Aberglauben, vor dem die Kinder zu schützen sind, denn wie die Welt just wieder beobachten muss, breitet sich der Aberglaube wie die Dummheit aus wie eine hoch infektiöse Krankheit und keine Religion hat je etwas im Staat verloren, wo der Aberglaube herrscht, regiert immer die Intoleranz, die Feindin aller Aufklärung und in diesem Sinne gibt es noch viel zu tun, bis in einer Welt, in der Religion nur privater Aberglaube sein darf, Toleranz herrscht.
jt 3.6.15
Deutschaphorismus
Die pädagogische Neigung der Deutschen zur Erziehung aller ist eine der unerträglichsten Eigenschaften dieses Stammes, der lieber Mensch sein üben sollte, statt sich als Nation aufzuspielen, wie uns der Nationaldichter Goethe schon riet, wäre nicht auch das so unerträglich gut deutsch wie pädagogisch.
jt 3.6.15
Friedrichaphorismus
Heute vor 275 Jahren schaffte Friedrich II, kaum war er drei Tage König, die Folter in Preußen ab - dank der Geheimdienste tut die Welt heute das Gegenteil, wäre es da nicht an der Zeit, diese abzuschaffen?
jt 3.6.15
Sonntag, 24. Mai 2015
Todesaphorismus
Es ist der Egoismus, der aus der Angst vor dem Verlust spricht, der uns trauen lässt. Hat nichts mit dem anderen zu tun und daraus haben wir über Jahrtausende den Kult um das erfundene Jenseits gemacht.
Es ist nicht das Glück der Steine, sich bewusst gegen das Gewohnte zu entscheiden. Vielmehr würdigt es unser Sein ganz, wenn wir genießen, was ist, statt uns über das zu grämen, was wir aus Angst vor dem, was nicht mehr ist, nur erfanden. Sich am wenigen mit nahezu nichts freuen, könnte der Schlüssel sein, im nur Sein glücklich zu bleiben auch in Gegenwart des Todes.
jt 25.5.15
Sonntag, 26. Oktober 2014
Bürgerlust III
Es ist Sonntag und der Sonntag ist ein wichtiger Teil des bürgerlichen Selbstverständnisses, wird in der Familie zugebracht, mit Dingen, für die in der Woche keine Zeit bleibt und manchmal sogar noch für fromme Reste mit einem Gottesdienst begonnen, wenn ihnen nicht wie immer mehr das Sontagsfrühstück viel wichtiger ist, womit heute schon ein wichtiger Teil des Sonntags zuhause oder im Café besetzt ist in denen es je nach Gusto zu essen bis zum Abend gibt, der ja nun wieder eine Stunde früher dunkelnd naht und an dem sich auf die Arbeitswoche vorbereitet wird.
Bürgerliche Existenz zwischen Arbeit und Freizeit oder eher zwischen Berufung und Pflicht oder ist die Pflichterfüllung eine typisch bürgerliche Berufung?
Der Sonntag als Tag der Ruhe soll der Erholung der Arbeitskraft dienen, wobei der Bürger kein Arbeiter ist und selten einer der Hand, häufiger einer des Kopfes, wobei die Grenzen da sichtbar fließen, wenn wir uns die bürgerliche Ordnung in den Ständen des Mittelalters anschauen. Wie ist es etwa mit Albrecht Dürer dem deutschen Genie von sowohl bürgerlicher als auch handwerklicher Überzeugung, der sich als Handwerker auch sah und der zugleich als Genie über allem stand, auch wenn er Teil der Nürnberger ständischen Gesellschaft war. Steht er als Maler der Kaiser aber auch der Bürger über allem, gehörte nirgendwo hin, oder war er ein typischer Bürger als einer, der über die Stände hinausschaut?
Dürer oder Thomas Mann für den Gedanken der Bürgerlichkeit in Anspruch zu nehmen, die weit über ihm standen, immer wieder auch Ärger bekamen mit den Bürgern, für ihren strengen Blick auf sie. Die Buddenbrooks, die ihm wohl entscheidend auch den Literaturnobelpreis einbrachten, waren auch eine Karikatur des bestehenden Lübeck und seiner bürgerlich engen Gesellschaft und viele fühlten sich, wohl nicht zu Unrecht, durch die scharfe Feder des Kaufmannssohnes aus bester Familie vorgeführt. Nicht ohne ihn später zu rühmen und zu preisen, ihm ein Museum zu errichten und anderes mehr, wie es die Nürnberger mit ihrem Dürer taten, der nicht Goldschmied geworden war, wie sein Vater sondern nur Künstler, auch wenn er mit das größte Genie seiner Zeit war und wurde, im bürgerlichen Kanon steht der Künstler erstmal ganz unten, bis er Kanon wird, was den wenigsten, wie Thomas Mann etwa und auch Dürer durch herausragendes Genie zu Lebzeiten gelang.
Der Bürger liebt seinen Kanon, wenn er weiß, was er gelesen haben muss oder sollte, warum die bürgerlichen Leseausgaben von Reich-Ranicki und die vielen der Zeitungen, die folgten, ein solcher Erfolg wurden. Ein Kanon mag sich öffnen für gewisse Zeitgenossen, aber blickt doch immer gern in die Geschichte, so lasse auch ich mir, während ich darüber nachdenke und schreibe, was bürgerliche Existenz ausmacht von Bach die immer wieder gern gehörten Cello Sonaten aus der Dose um die Ohren streichen, wie liebe alte Freunde tanzen die tiefen Töne sonntäglich um mich. Hätte ich nicht die Nacht durchgetanzt, wäre ich womöglich noch Dürer und die Bilderfreunde besuchen gegangen und der Sonntag wäre auch in dieser Hinsicht ein vollkommen bürgerlicher gewesen, an dem wer sich unter der Woche ernsten Geschäften hingibt, sich sonntäglich gern den Musen eben je nach eigenem Niveau hingibt, was vermutlich besser zur Auswahl bürgerlicher Existenz passt als die beliebigen Angaben dazu in den Profilen der Onlinedatinagenturen, durch die wir alle auf der Suche nach dem oder der Richtigen pflügen voll sehnsüchtiger Hoffnung.
Da schreiben sie nur von Kunstinteresse oder dem Besuch von Museen und Theatern, während sie in Wirklichkeit an Musicals oder das KaDeWe mehr denken als an Kunst oder Helene Fischer für das größte Sangestalent halten und machen nur atemlos damit, was alles Kunst sein soll. Aber da wir ja von dem auch im bürgerlichen Kunstkanon angekommenen Beuys längst wissen, ertragen die sonntäglichen Bildungbürger auch solche seltsamen Anbandlungen gelassen, wer weiß, wozu es einmal gut ist, Während Netzwerke und Kontakte zählen, kommt es weniger auf Verbindlichkeit als auf Verbindungen an. Aber schon rutschen wir von der friedlichen Betrachtung des bürgerlichen Lebens hinein in die Welt der Geschäfte und wollten uns doch eigentlich dem Sonntag widmen, an dem genossen wird und während ich darüber nachdenke, wie wenig oder gut dies nun den bürgerlichen Sonntag beschreibt, wird mir klar, wie sehr ich meinen schon wieder schreibend verbringe, statt sonntäglich und wäre dies nicht ein Genuss an sich, fragte sich, ob wir nicht besseres zu tun haben, wie etwa lesend, den Bildungshorizont zu erweitern.
Nur wann, wenn nicht Sonntags, soll ich den bürgerlichen Sonntag beschreiben, wo ist dieses Lebensgefühl zwischen herrlicher Ruhe und endloser Langweile besser zu greifen, als am Sonntag selbst, der manchen heilig, anderen nur weniger eilig ist?
So, hin und hergerissen, zwischen dem Sonntagssspiel der Bundesliga, bei dem sich der voraussichtliche Meister und Sieger FCB zu Gladbach wieder mit drückender Überlgegenheit zeigt, dem Kulturprogramm des Abends mit Musik und der Pflicht zu beschreiben, was ist, frage ich mich, ob es wichtiger ist, dass, was nicht ist, zu beschreiben, oder sich am möglichen bürgerlichen Programm dahinter aufzuhalten. Eine Freundin postete gerade ein Bild von ihrer Tochter beim Plätzchenbacken, einer sehr beliebten Sonntagsbeschäftigung auch schon Wochen vor der Adventszeit, wenn es jetzt dunkler wird und wenn die Supermärkte ab 1. September Spekulatius und Dominosteine wieder führen, warum sollen wir dann nicht auch schon zeitig an die heimische Produktion gehen?
Planvolles Vorgehen ist jedenfalls wohl bürgerlich und weise, eher von Erfolg gekrönt meist als die spontanen Eingebungen mancher Künstler, auch der Ballkünstler, wenn ich auch, ohne es gerade zu betrachten, wetten würde, die Münchner haben begriffen, was Fußball heute heißt und warum einzig viele Ballkontakte den Sieg langfristig sichern. Aber bevor wir uns zu sehr in dieses auch plebejische Spiel vertiefen, noch einige Gedanken zum Verhältnis von Planung und Eingebung in der Dialektik von Bürgern und Künstlern.
Die meisten Bürger verhalten sich heute relativ tolerant, sicher es gibt die Affen aus dem Umkreis des AfD und unter diesen selbst, aber noch sind diese weit von einer Mehrheit, auch wenn sie in Netzwerken so lautstark und platt ihre Mäuler aufreißen, als wäre dem so. Die Menge ist relativ tolerant, solange sie nicht gestört wird, in ihren Gewohnheiten und sich langsam an ungewohntes gewöhnen kann. So war es, passend zum Sonntag, mit den ersten Moscheen im Land, da gibt es die ewig gestrigen, immer intoleranten, die das Abendland vor dem Untergang im Namen der Christenheit retten wollen und die laut sind, die aber eine Minderheit bleiben, denn die Mehrheit ist klar dafür, dass doch jeder nach seiner Fasson selig werden soll, wie es einst der Alte Fritz den Preußen und Märkern ins Stammbuch schrieb, solange er dabei ein guter Preuße oder doch zumindest Bürger bleibt.
Während die Bürger wöchentlich ihre Pflicht erfüllen wird sich Sonntags der Lust am liebsten gut geplant und wohlorganisiert hingegeben, indem wir einen Ausflug machen oder irgendwo hin gehen, wo wir unserem Niveau wie unserem Geldbeutel entsprechend unterhalten werden. Sonntagsvergnügen werden auch gern erzählt, um sich damit hervorzutun und einander zu übertreffen, somit sind sie auch zu einem Statussymbol in der sozialen Konkurrenz geworden.
Habe Freunde, die an Sonntagen die Stille und Einsamkeit fürchteten, da sie nicht wie andere Kinder bespaßt wurden oder auf Ausflüge, gar ins Museum durften, weil die Eltern getrennt waren, keine Ausflüge gemacht wurden oder sie einfach unter anderen Umständen aufwuchsen, in denen ihnen die Sonntagsruhe ein Graus war. Bei mir wurde viel gemacht, manches musste mitgemacht werden, vieles war schön, aber die Angst vor dem Nichts am Sonntag, wenn keiner da ist, oder keiner Zeit hat, kannte ich nicht, im Gegenteil, oft wünschte ich mir auch in dieser oder jener Kirche, zur Besichtigung, nicht etwa zum Gottesdienst, oder im Museum, mehr Zeit für mich, zum spielen zu haben.
Die Sympathie für die Ruhe am Sonntag ist also je nach Neigung, Geltungsbedürfnis und Umständen auch schon des Aufwachsens, unterschiedlich augeprägt. Liebe die Ruhe, muss nichts anderes unternehmen und freue mich daran, Zeit zum Lesen zu haben, unternehme nur, wenn es alternativlos ist, freiwillig etwas und genieße es Zeit für mich zu haben.
So ist die Betrachtung des Sonntag als Tag der Lust oder der Frustration wohl untentschieden, wie die Bayern heute in Gladbach spielten übrigens, was nichts an der Tabelle ändert, vielleicht die Frage stellte, inwieweit die Wochenendarbeiter noch mit Lust oder eher Frust bei solcher Sache waren. Ob die vorherige Liga Europas zuviel Kraft kostete.
Das Nichts genießen können, um aus dem Vielen schöpfen zu können genüßlich, spricht für relativen inneren Reichtum, der mit äußerem erst mal nichts zu tun hat. Vielleicht sind diejenigen, um die sich mehr gekümmert wurde, weniger bedürftig nach Unterhaltung, während die sich eher vernachlässigt fühlten, das gegenteilige Bedürfnis haben könnten, womit die soziale Frage in schlichter Dialektik augelöst würde.
Dagegen spricht aber nach meiner Erfahrung, dass es weniger um die tatsächlichen Erlebnisse geht, als unsere Haltung zu diesen und den Erlebnissen. Habe als Kind schon stundenlang vor meinem Spielzeug gesessen, etwas aufgebaut und dann nur noch alle halbe Stunde mal eine Playmobilfigur ein wenig bewegt, ansonsten aber im Kopf gespielt, wie ich meinen erstaunten Eltern erzählte, was ich liebte und wofür ich gar nicht genug Zeit haben konnte.
Als wöchentlich wechselnder Vater mit also nur noch zweiwöchig dichter Familie, habe ich seit einiger Zeit sehr viel Zeit für mich, die ich schätze und von Anfang an auch mochte, abgesehen von den Umständen die dazu führten, aber wenn Trennungen angenehm wären, würden sich Männer und Frauen vermutlich gar nicht mehr, außer zu Paarungszwecken vereinen meist. Gehöre nun zun denen, die viel Zeit haben und sie sich auch nehmen, während ich die ersten Jahre danach, wie im Reflex jeden freien Abend im Café oder an der Bar verbrachte, wenn auch schreibend, ziehe ich es inzwischen wieder vor, auch häufiger Zuhause zu bleiben, ein Stubenhocker zu sein, umgeben von Büchern bei einem guten Tee und frage mich häufiger, was Menschen mehr brauchen könnten, um sich ein Leben auskömmlich zu beschäftigen und ginge es nicht auch um das wie des Überlebens, hätte ich wohl genug Geschichten in mir und um mich, den Rest meines Lebens glücklich zu zu verbringen.
Dennoch verfliegt an Sonntagen mir die Zeit im Schreiben wie nichts. Denke ich darüber nach, sie mit Programm zu füllen, wie es sonntäglich bürgerlich angemessen wäre wohl, bemerke ich an mir, wie ich schon abzuwägen beginne, ob dieses oder jenes die verlorene Zeit wert ist, was der Gewinn wäre, sich keine Zeit für sich zu nehmen und die Dinge, die ruhige Zeit am Werk oder zum Lesen noch überwiegen, werden mit jedem Jahr weniger, als führte wachsende Reife zu einer zunehmenden Konzentration der Wesen auf sich. Dennoch kenne ich viele Menschen, die es lieben ihre Sonntage mit Freizeitaktivitäten zu füllen, um sich zu beschäftigen, von unsäglichen Freizeitparks bis zu geistig nur geringfügig unterschiedlichem Sport zu Waldspaziergängen und Museumsbesuchem, die mich auch immer wieder verführen können, wie die Besuche im Café.
Vielleicht schätze ich auch die Sonntage für mich so, um nicht die glücklichen Paare in den Cafés mit Kinderwagen sich ankeifen zu hören, noch Illusionen und Träume vom idealen Sonntag zu behalten, den ich aber doch gerade so für sich liebe, auch wenn mir die konventionelle bürgerliche Liebe als Ideal noch im Hinterkopf herumtigert. Weil wir erst etwas sind, wenn wir es zu etwas gebracht haben, unsere Schäfchen im Trockenen weilen, der Sonntag mit der Familie verbracht wird, um den Nachbarn im Aufwand der Freizeitvergnügen eindrucksvoll noch zu überbieten.
Der Freizeitstreß setzt die Gewohnheiten des Alltags auf einer anderen Stufe fort und dächte ich darüber nach, würde ich mich wohl relativ ärmlich und heimatlos fühlen im konventionellen Sinne, ohne Auto, das ich putzen könnte, ohne Garten oder Balkon, auf dem ich wirken müsste je nach Jahreszeit und mit weitgehend reduzierten Verpflichtungen, die möglichst alle Zeit frei lassen, um den Gedanken Raum zu geben, eine Richtung zu finden. Eine Richtung jenseits der Konventionen vielleicht oder mit ihnen dahin, wo ich mich wohlfühle. Nun sollte ich vermutlich, wäre ich ein Guru, sagen, seitdem ich dies oder das erkannt habe, bin ich glücklich und dies sei also der Weg dahin. Nichts als nachdenken und den Ideen und Gedanken Raum zu geben, damit sie ihren Weg dazwischen finden, klingt für mich erstmal paradiesisch, ob es die Kompensation der real existierenden Einsamkeit ist oder der Mangel an Alternativen, ist damit noch nicht geklärt, fraglich nur, ob es wichtig ist, dies zu wissen, um glücklich zu sein, wenn ich mit dem, was ich habe, der glücklichste Mensch bin, oder mich zumindest dafür halte, da ich das Leben lebe, was mir entspricht, ob es so unkonventionell noch bürgerlich ist, wäre die letzte Frage, wenn sie mich interessierte, wäre meine Identifikation mit der Bürgerlichkeit irgendwie höchst konventionell, wenn ich aber das Glück vor die Konvention am Ende stelle, es mir egal wäre, ob es nun konventionell ist oder nicht, könnte die Chance glücklich zu bleiben, am größten sein, egal, was ich am Sonntag lieber tue.
jt 26.10.14
Sonntag, 12. Oktober 2014
Sex in Berlin XXX
Wie frei sind wir beim Sex und der Wahl unserer Partner wirklich, oder bewegen wir uns immer nur in dem engen Korsett unserer Anlagen und der sozialen Umgebung, in der wir eben gerade leben, fragt sich beim Blick auf die immer gleichen Muster und Wiederholungen, die sich beim Kennenlernen so ergeben.
Es gibt dabei selten, große Neuigkeiten zu erleben und dennoch erscheint es uns immer wieder spannend, als wie beim ersten mal, was in der Natur erstaunlich scheint, da wir als intelligente Wesen eigentlich aus Mustern lernen sollten. Vielleicht hindert uns die dabei oft vorhandene emotionale Komponente daran, wirklich vernünftig zu handeln oder ganz unserer Natur und ihrem eben auch triebhaften Wesen entsprechend, sondern dazu gerne Umwege zu wählen, die in ihrer Vielzahl mindestens so komplex sind, wie es unser Hirn schon von alleine ist.
Was wir dann nicht begreifen, nennen wir gern Gefühl und geben uns bei jedem Kennenlernen oder bei der Annäherung immer wieder auch innerlich überzeugt völlig überrascht, obwohl es, würden wir uns mit einer versteckten Kamera dabei beobachten sowohl in den Bewegungen, als auch sonst nach dem immer gleichen Muster abläuft und wir vermutlich, außer beim Wechsel der sozialen Umgebung sogar nahezu die gleichen Worte benutzen, um zu verzaubern,
Verzaubern ist auch so ein Wort, das auf die Kapitulation vor der Komplexität hinweist, der wir uns in diesem Moment gerne hingeben, um die Illusion der selbstbestimmten Handlungsfähigkeit zu behallten. Wir nennen es magisch und meinen dann eben, wir hätten verliebt, oder zumindest gereizt, einen besonderen Zugang zu diesem nur erfundenen Komplex. Die Liebe hat keinerlei Zauber, aber es ist dennoch schön, davon zu sprechen, als wäre es so, weil wir uns darin vermutlich genauso geborgen fühlen, wie im Aberglauben an die erfundenen Götter.
Nur verhindert die Flucht in das, was wir Magie nennen, weiteres kritisches Denken und hält uns damit unfrei gefangen und die Dinge ereignen sich einfach, scheinbar außerhalb unseres Einflusses. Warum ich mich in wen verliebe und warum wann nicht, fällt mir schwer, zu erkären. Ich weiß, wann es so ist, kann Indizien benennen, aber ich flüchte mich angesichts der Vielzahl der Gründe, die dafür sprechen auch gern in das einmalige, was ich dann fast wie übersinnlich behandele, auch wenn ich weiß, es gibt nichts über der Natur und hat alles in ihr seine guten und logischen Gründe.
Auch wenn die Magie ein höchst unsicheres Parkett ist, das nie präzise Aussagen erlaubt, fühle ich mich dort dennoch verbal zumindest oft sicherer, als auf dem polierten Parkett der Vernunft, was nun vollends unlogisch wird. Wir ziehen, was wir nicht verstehen können, weil es nur erfundenen höheren Gründen genügt, bei der Suche nacheinander, der strengen Logik vor, die wir kennen und die uns viel freier in unseren Entscheidungen macht, was eigentlich paradox ist, aber in der menschlichen Natur zu liegen scheint, denn es machen ja überall auf der Welt die Menschen in ähnlicher Weise und begeben sich lieber in den Bereich der irgendwie Magie der Liebe, was immer das nun sein soll, als frei und unbefangen darüber nachzudenken, als fehlte uns nur denkend, dabei der entscheidene Teil.
Es hat sich sogar weitgehend auf der Welt durchgesetzt, dass wir nahezu alle danach handeln und die Welt der Vernunft von der des Gefühls streng trennen. Umgekehrt scheitern die Versuche vernünftig glücklich zu werden, meist am vermeintlich fehlenden Gefühl, ohne dass wir dessen Gründe benennen könnten. Wir begeben uns also freiwillig in Unfreiheit, wenn auch bei der Frage der Freiwilligkeit gefragt werden könnte, ob wir uns dessen wirklich bewusst sind oder einfach nur im sozial üblichen Korsett handeln, um damit vermeintlich erfolgreich zu handeln, Partner zu gewinnen, die es genauso denken, also fühlen und die Welten unvernünftig trennen, auch wenn wir eigentlich immer ein ganzer Mensch sind, der aus beidem besteht,
Wir sind also unfrei und handeln nach Schemen, weil die anderen es genauso machen und halten, weil wir es schon immer so machen, nur dieses Verhalten für erfolgreich. Kenne einge Frauen, mit denen ich wohl, vernünftig betrachtet, relativ glücklich sein könnte, dennoch wähle ich immer wieder auch welche, bei denen es vernünftig betrachtet, keine Perspektive bietet und traue doch dann unvernünftig dem Gefühl mehr und folge dem Trieb, was selten auf Dauer glücklich macht und vermutlich geht es den meisten ähnlich, auch wenn sie es gerade verliebt gerne leugnen, wie ich auch, weil es ja kein schöneres Glück geben kann.
So handele ich auf der Suche nach Glück immer wieder vollständig unvernünftig und es stellt sich also die Frage, ob ich glücklicher wäre, würde ich auch dabei vollständig vernünftig handeln und versuchen mir alle Gründe meiner Wahl vernünftig klar zu machen. Vielleicht wäre es den Versuch wert, denn nach was außer Glück sollen wir schon streben?
Fürchte allerdings, dass mein beschränkter Geist vor der Komplexität dieser Aufgabe scheitert und ich, dem Gefühl folgend, auch das nächste mal wieder kapituliere und mich der sogenannten Magie bereitwillig, auch um den Verlust der Freiheit, die Dinge zu verstehen, hingebe, um lieber gemeinsam nach Glück und Befriedigung zu streben, es sei denn, es fände sich jemand, mit dem ich auf dieser Ebene vorab einig wäre, was ja zugegeben relativ unwahrscheinlich ist, denn wer will sich schon ganz vernünftig verlieben?
So bleiben wir eingeschnürt in unserem Korsett, dessen Bänder wir nicht lösen können, weil wir die Schnürung magisch nennen und hoffen lieber ganz unvernünftig, es möge gut gehen und nun, alles mir mögliche bedacht, weiß ich auch nicht mehr weiter und versuche, es einfach hinzunehmen, wie es ist, auch wenn ich um die Freiheit in der Liebe trauere, bleibt die Hoffnung, auch als Sklave des Kosrsetts irgendwie glücklich zu werden.
jt 13.10.14
Samstag, 11. Oktober 2014
Ebolaangstspiel
Die Angst vor Ebola geht um
Wird mit täglich neuen Zahlen
Hysterisch untermauert um
Die Bevölkerung erregt in stets
Leichter Panik zu lassen
Dann lassen sich nötige
Zwangsmaßnahmen besser
Durchsetzen ohne Nachfrage
Es dient ja nur der Sicherheit
Vielleicht sollte mal jemand
Die Zahlen vergleichen
Wieviel mehr an Grippe sterben
Ohne dass es jemand kümmerte
Dann würde die Epidemie
Wie der nötige Zwang endlich
In ein Verhältnis gesetzt über
Das vernünftig nachgedacht
Werden könnte aber seltsam
Scheinen wir die Angst mehr
Zu lieben als die Vernunft
So gibt es sichere Mittel eine
Epidemie zu verhindern
Hier geschieht mehr das Gegenteil
Weil nichts konsequent gedacht
Mehr nur halb irgendwie gemacht
Fragt sich nüchtern der Betrachter
Wem das Chaos wohl dient
Ob es die sind die dann wieder
Für unsere Sicherheit sorgen
Lieber alle in Angst entmündigen
Als anfänglich konsequent zu sein
jt 11.10.14
Freitag, 10. Oktober 2014
Lachlust
Die Lust am Lachen
Ähnelt der Lust am Sex
Sie reitet auf erschöpfende
Höhepunkte zu und wird
An liebsten geteilt denn wer
Lacht sich schon für sich
Kaputt was doch eher selten ist
Aber auch funktioniert
Wie die Onanie eben auch
Nur ist es eben nur so halb
Warum das Lachen bem Sex
Beides gleich verdoppelt
Wer dies kann ist ein Genießer
Nur sollte sich jeder davor hüten
Den anderen dabei auszulachen
Es sei denn dieser lacht zuerst
Über sich was der Lust Raum gibt
Wer lacht und zusammenkommt
Wird noch lange zusammen genießen
Eigentlich ist Sex ja auch einfach
Komisch vernünftig betrachtet
Und die Lachlust hilft
Eigentlich bei allem
jt 11.10.14
Haarscham
Eine neue Scham ergreift die
Vermeintlich sexuell befreite
Gesellschaft die sich mal wieder
Von Amerika her der Mode
Ergibt und sich öffentlich ihrer
Haare schämt zumindest da
Wo sie nach Meinung der
Jünger der Körperglatzen
Nicht hingehören und die
Darum wie Nacktschnecken
Durch ihr enthaartes Leben
Eher kriechen Kindern gleich
Keine Reife im Wachstum
Mehr zeigen sondern sich
Lieber vollständig enthaaren
Um den Pornostars zu gleichen
Die einst Vorbild waren ohne
Dabei zu bedenken wie sie
Der Pädophilie Vorschub leisten
Warum ein Schrei für das
Haar auch an der Scham
Für die wir uns lieber nicht
Mehr schämten nötig scheint
Ansonsten sollen sich eben
Die Nacktschnecken untereinander
Paaren wie es ihnen gefällt
Nur nachdenken was das
Kindliche Ideal bewirkt wäre
Vielleicht ganz nett statt Trotz
jt 11.10.14
Kim Din Dong
Für Kim Jong Un den Diktator
Der totalitären Volksrepublik
Nordkorea und es fragt sich nur
Wie lange es noch dauert bis
Diese fragile Atommacht
In sich zusammenbricht
Der Kommunismus im
Totalitären Gewand dann
Endlich verschwindet
Hoffentlich nur führt das Loch
Zwischen Untergang und Folge
Nicht zur atomaren Katastrophe
Ansonsten lauschen wir erstaunt
Wie einer verschwindet damit
Die nächsten Platz finden nur
Beunruhigt noch die Ermordung
Des Serbischen Königspaares
1903 im Hinterkopf möge es
Kein Zeichen für ein später
Neues Sarajewo sein in Seoul
jt 10.10.14
Xaviertabu
Schon lange christlich fundamentalistisch
Singend durch die Lande zieht und mit
Gruseligen Texten Menschen wohlig
In ihren Vorurteilen wiegt weil er sich
Eins mit den Reichsbürgern sieht
Die behaupten es gebe die BRD nicht
Oder zumindest als Souverän wäre
Der Staat nicht existent und mehr der
Fanatischen Phantasien die sich im
Religiösen Bereich bewegen nichts
Mit Politik oder Vernunft zu tun haben
Womit sich wieder bestätigt der Mann
Hat einfach ein Problem mit seinem
Aberglauben was nichts macht
Solange er es für sich behält
Gut wenn nun die Stadt Mannheim
Endlich merkt wie zweifelhaft diese
Zusammenarbeit ist mit einem der
Solche Anschauungen vertritt
Nicht weil er an ein Tabu rührt
Sondern weil es gefährlich ist
Wenn ein Popstar sich so betätigt
Er mag glauben was ihm gefällt
Weiter schlechte Musik machen
Mit der sich Narren volljammern lassen
Aber Zusammenarbeit mit so einem
Der den Staat populistisch dumm
Bekämpft verbietet sich und darum
Sollte der Typ nun kein Wort mehr
Wert sein dann verliert es sich
jt 10.10.14
Reiterfreiheit
Udo Reiter nahm sich die Freiheit
Die zu gehen wann er will
So sagte er es und so tat er es
Früher einmal schon entschlossen
Hat er doch weiter gemacht
Auch im Rollstuhl gefesselt noch
Mehr vollbracht als die meisten
Ohne je und blieb frei
Diesmal ging es nicht weiter
Er hat sich wohl erschossen
Damit ging ein Aufrechter
Ein mutiger Mann gegen die
Religiöse Unfreiheit der laut sagte
Was er richtig fand der Freiheit wegen
In seinen Nachrufen werden am Ende
Die Nummern von Hilfe abgedruckt
Die deutschen Medien haben Angst
Freiheit zu würdigen denn wo
Kämen wir hin täten es mehr
Der Freitod wird Selbstmord genannt
Dabei sind wir darin wirklich frei
Hören wir lieber mit der Lüge auf
Es gäbe ein Leben danach
Tod ist das Ende
Uns erwartet dann nichts mehr
Wer dennoch geht will es so
Er hat ein Leben gewirkt
Einen Rundfunk aufgebaut
Der zum Osten passt und damit
Verstanden dass wir in zwei Welten
Leben was wichtig und gut war
Sein Werk bleibt damit
Er wollte wohl gehen
Wenn er es entschied
Gut so das nennen wir
Freiheit
jt 10.10.14
Sex in Berlin XXIII
Welche Rolle spielt der von allen gesuchte Sex in Berlin tatsächlich, oder ist er nur eine Illusion in den Köpfern derer, die sich danach sehnen, fragt sich der Flaneur auf das allermeistens nicht oder die vielen gescheiterten Versuche, die hier wie dort zu beobachten sind.
Der Berliner nimmt die Dinge gern persönlich und beschwert sich dann lautstark über die Welt und wie diese es wagen kann, gerade ihn so zu behandeln, für sie gilt ein gleiches. Wen das erregt und was dies für den eigenen Erfolg bringen soll, blieb mir bisher rätselhaft, aber vielleicht wird der hier auch nach anderen Kriterien gemessen und klagen zu können scheint für den urbanen Großstädter der Gegenwart eine wichtigere Eigenschaft als die stille Tapferkeit, mit der sich frühere Preußen so gerne auszeichneten, die allerdings, sein wir da ruhig exakt, selten Berliner waren oder sich als Preußen fühlten, auch wenn sie als deren Helden galten, wie der Feldmarschall Moltke, dem es wichtiger war, viel zu leisten und wenig in Erscheinung zun treten, mehr zu sein als zu scheinen, vor allem als umgekehrt mehr Wind um sich zu machen und der eben auch Mecklenburger aus Parchim war und darum nicht zu den Berlinern gezählt werden darf vermutlich, auch wenn sie sich ihn gern allerorten gegossen aufstellten, ob als stete Mahnung oder in grandioser Selbstüberschätzung mag dahinstehen, der Alte war jedenfalls im Berlin der 1880er berühmt, auch für seinen täglichen Gang ins Adlon.
Bescheiden gibt sich der Berliner ungern und dezent zu sein, ist hier nicht die erfolgsversprechende Lebenseinstellung, da Erfolg nur hat, wer auffällt und hier eben gern über Sex redet, der diese Stadt angeblich ausmacht, auch wenn sie da wie meist grenzenlos überschätzt wird und insbesondere der Westen vermutlich frigider ist, als ich mir etwa Bad Kissingen vorstelle, jedenfalls häufiger als umgekehrt, die durch bisher nichts widerlegt wurde, im Gegenteil.
Vielleicht darum ist es spannend wie gern und oft sich hier die nur Zugereisten treffen und wie sie schon nach wenigen Zeilen eine stärkere Verbindung miteinander spüren, als es unter Einheimischen möglich scheint. Dies mag daran liegen, dass Berlin im Grunde genommen so hässlich wie schmutzig und ungepflegt ist mit gelegentlichem Hang zur Protzigkeit, die etwas aus der Zeit fällt. Nicht umsonst fühlen sich auch die Bewohner von Deutschlands Norden in ihrer Umgebung am wohlsten und egal wie lange wer dort lebte, es scheint eine besondere Verbindung unter denen von dort zu geben. Wie ein Bündnis der Hanseaten, der sogar alte Rivalitäten wie zwischen Bremen und Hamburg oder das nur Lächeln über das Nest Kiel überwindet.
Gleich und gleich gesellt sich gern und findet sich auch im multikulturellen Kessel des Hauptdorfes schnell, will es scheinen. Was dafür spräche, dass sich auch die Berliner vermutlich untereinander wohl fühlen, auch wenn sie es selten so sagen würden. Es könnte schlimmer sein, ist daher schon die ganze Fülle des Wohllauts, die dem Berliner überhaupt vermutlich möglich ist. Davon grenzen sich die südlichen Euphoriker deutlich ab, die es noch nie so toll fanden, über die grummelnden Berliner in ihrer oft eigentümlichen Mundart laut lachen und dann gerne betonen, sie könnten alles außer Hochdeutsch, was ihrer Beliebtheit vermutlich sehr zutäglich war, die gerüchteweise Aversion gegen Schwaben begründete, für die dann aber ein Zugereister wie der Schlesier Wolfgang Thierse stand, der erst über Thüringen seinen Weg nach Berlin fand um dort heimisch zu werden.
Die Menschen aus dem Rheinland importierten ihre Ständige Vertretung und versuchen es immer noch mit ihrem Fasching, der hier einfach nicht hergehört, aber geduldet wird und auch nicht weiter auffällt eigentlich. Die Bayern wollen Berlin mit ihrer Meisterschaft des Übergebens beglücken und lassen Oktoberfeste hier spielen und das Bier fließen, was der Berliner immer gerne annimmt, auch wenn es ihm etwas dünn erscheint und die bayerische Verkleidung nur bei schlichteren Gemütern aus dem Westen vorzugsweise hohen Anklang findet. Eigentlich geht es ja doch immer nur um das eine und die Wege dorthin, auch wenn es amüsant sein kann, wie diese beschritten werden.
Amüsant ist im Gewimmel der Großstadt das Bündnis der Hanseaten, die ihre Buddenbrooks nicht nur gelesen haben, sondern vielmehr diese Riten bereits mit der Muttermilch bekamen - sie erkennen sich erstaunlich gut und in nur Nuancen und wissen doch sofort Bescheid. Ein verständnisvolles Lächeln, eine gehobene Augenbraue, kleine Details der Kleidung - eine Art der Abgrenzung, auch wenn sie sich dem Strom der Stadt dezent anpassen, da muss nicht lang geschnackt werden - das Verständnis ist da und eindeutig, die Anziehung scheint quasi natürlich und so fragt sich der geborene Bremer häufig, wenn er in den netten Cafés hier sitzt, warum er dies nicht in Bremen oder Hamburg tut, sondern in diesem immer auch Exil und das obwohl er ja nur dort geboren, gerade mal sein erstes Jahr dort verbrachte und fragt sich, ob uralte genetische Wurzeln aus der mütterllichen Linie genügen, eine Verwurzelung zu begründen.
Was es nun auch ist, es scheint auch im Paarungsverhalten klar regionale Bündnisse zu geben und so gern ich mit einer Sächsin oder Hessin flirte, gefährlich werden meinem Herzen wirklich nur die aus dem Norden, warum auch immer. Schon allein, dass ich von Herz schreibe und ähnlichem Unsinn mehr zeugt davon wie sehr das Thema verwirrt, aber vielleicht liegt dieser Unort doch näher als gedacht, denn auch wenn wir uns natürlich im Hirn verlieben, wie darüber reflektieren, scheint etwas anderes, was eben auch dort spürbar ist auf alles ab, sagen wir mal grob Hannover, anders zu reagieren und dieses etwas ist der Logik, jedenfalls meiner, bisher nicht erschließbar.
Ob es den Schwaben ähnlich geht, wenn sie einander mit ihren Sch-Lauten und dem gerne oi murmeln hören oder den Franken beim gerollten -r etwa, weiß ich nicht genau, vermute aber so ist alle Liebe und neigung auch regional verwurzelt und es gibt auch eine sicher nicht zu kleine Gruppe, denen beim Gedanken an den Sound von Apolda oder Chemnitz ganz warm ums Herz wird und seltsam genug, geht es mir bei Weimar und Gotha ähnlich, wo irgendwo meine Familie seit rund 800 Jahren wurzelt, aber so nett dies ist, ein Nichts ist es verglichen mit dem Echo des Norden und das auch, wenn die Betreffenden wie ich mehr auf genetische denn reale Wurzeln zurückgreifen können.
Es könnte also tatsächlich sein, dass wir eine genetische Disposition in unserem Gehör haben, was uns als Wohlklang erscheint und womit wir uns wohl fühlen, was uns anbetungswürdig erscheint - auch wenn ich den Einfluss von etwa Thomas Mann und seinem Ideal der blonden Inge nicht leugnen kann, es hat nur periphere Auswirkung gehabt, vermutlich nur bestätigt, was längst über Generationen in mir als Trieb angelegt war, denn sonst hätte ja die Liebe zu Mann, die bis heute fortdauert, auch meine homosexuelle Neigung gefördert, meine Liebe zu Knaben geweckt, aber nichts dergleichen geschah bis jetzt, trotz der wiederholten Bemühungen mancher sehr attraktiver schwuler Freunde, ich finde Männer nicht sexy, ihre Gechlechtsorgane eher komisch als reizvoll und bin ein unverbesserlicher Hetero geblieben, auch wenn ich Frauen nie verstehe, ich liebe sie oder vielleicht schriebe ich klüger weil, aber darum geht es hier ja nur ganz am Rande.
Wir wählen also regional und fühlen uns erwählt, wenn es diesbezüglich zu passen scheint und dies ohne real nähere Beziehung dorthin - der einzig genetisch Verwandte von der mütterlichen Linie dort ist mir ferner als irgendeiner meiner Verwandten, die spezielle Nähe zu dem Bruder meines Vaters, den es ebenfalls in den Norden zog ist ein Thema für sich, gereicht beiden nur bedingt zum Vorteil, ist aber ja nicht Thema hier und kann darum auch dahinstehen. Interessant daran ist aber, dass der erste Grad der väterlichen Verwandtschaft in Güstrrow geboren wurde, was aber weniger Einfluss auf die Neigung zum Norden hat als die bremische Herkunft der Mutter - was daran liegen könnte, dass es in Güstrow keine Wurzeln gab, die Großeltern nur dort lebten für eine gewisse Zeit, sich dort auf einem Ball bei irgendwelchen Bülows dort kennenlernten, aber sonst kein weiterer Bezug besteht.
Bremen oder das vergleichbar jüngere Hamburg oder das bedeutendere Lübeck lassen dagegen mein Herz höher schlagen, ohne dass es einen Grund dafür gibt und wer dort herkommt oder nördlich von da, auch noch gut, hat einen völlig unverdienten Bonus in mir und ich frage mich, ob ich glücklicher wäre, würde ich regional unabhängiger. Mein Großvater väterlicherseits verliebte sich zum Beispiel sehr erfolgreich und lebenslänglich dann glücklich in meine Großmutter, die eine Halbwaise aus dem Raum Bochum war und Gutstochter bei eben diesen oben erwähnten Bülows irgendwo bei Güstrow. Ich wuchs mit bestimmten Worten auf, die tiefster Bochumer Slang waren, aber da meine Großmuter immer so gesittet und auf Haltung bedacht war, die Familie hochhielt, war für mich völlig klar, das musste hochdeutsch sein.
In der Zeit als ich eine Verlobte aus Essen hatte und deren Eltern auffiel, wie ich Bochumer Mundart Begriffe verwendete, begann ich über diese Wurzeln nachzudenken und fand es sehr amüsant, aber es hat nie dazu geführt, dass ich mich in eine Frau aus Bochum verliebt hätte. Auch lag bei meiner Bremer Großmutter wie bei meiner Mutter jegliche sexuelle Überlegung mir so fern, dass ich nicht weiß, woher diese mir genetisch erscheinende Disposition rührt. Ödipus und seine Neigung sind mir völlig gern und der nächste Bezug dazu wäre noch, das tatsächliche Kennenlernen auf irgendeinem büliwschen Gut. Hatte auch sehr glückliche Beziehungen mit und weniger glückliche Lieben zu Frauen etwa aus München, was mir ferner liegt als irgendwas, dennoch war mir dir Nähe zum Norden immer wichtiger als etwas, auch wenn ich alles tat, nie dorthin zu ziehen und freue mich lieber in der zusammengewürfelten Stadt Berlin an den zufälligen Verbindungen, die sich einfach finden und die diese regionale Neigung bestätigen.
Vielleicht hilft ja darüber schreiben, um den Spuk los zu werden und frei Menschen zu würdigen, wie sie sind, egal wo sie herkommen. Ich weiß es nicht, frage mich aber, ob es etwas ist, was überwundern werden muss, denn wenn es unsere Natur eben ist, warum sollten wir sie dann unterdrücken und wer weiß, vielleicht finden sich ja noch zwei irgendwie mental genetische Nordlichter doch zusammen im Hanseaten Exil, was weiß ich schon heute vom morgen.
jt 10.10.14
Kinderfriedenspreis
Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi
Bekamen den Friedensnobelpreis
Eine Muslima und ein Hindu
Aus den beiden verfeindeten Staaten
Pakistan und Indien die einst eins
Von Religion getrennt voll Hass
Zwei die sich mit ihrem Leben
Für Bildung einsetzen
Sie gegen Taliban die sie töten wollten
Er auf den Spuren Gandhis
Ein weitsichtiger Preis
Der in die Zukunft weist
Die den Kindern gehört
An deren Bildung die Wege hängen
Die unsere Welt nimmt
Besser für den Frieden
Konnte es nicht kommen
jt 10.10.12
Donnerstag, 9. Oktober 2014
Auf ein Gläschen
Sich auf ein Gläschen nur sehen
Noch einen Schluck nehmen
Zusammen bei gutem Wein
Bevor es auseinandergeht
Heißt erstmal nichts außer
Es kommt wer die Gläser bringt
Mit nur wenig mehr wieder
Aber dann kommt es auch
Darauf nicht mehr an
jt 10.10.14
Unschuldsvermutung
Die Unschuldsvermutung ist eine
Gute Sache für alle Angeklagten
Die dem Staat gegenüber stehen
Schwerer macht es Staatsanwälten
Wohl ihre Arbeit und doch sein
Wir rechtlich froh darüber das
Wessen Schuld nicht belegt ist
Immer als unschuldig gilt heute
Fragt sich nur ob wer mit der
Unschuld sinnlich spielt um sich
Im Kampf der Geschlechter als
Verführerischer durchzusetzen
Als unschuldig gelten sollte oder
Hier nicht eine fast betrügerische
Absicht längst vorliegt den andern
Durch Täuschung zu verführen
Es für den Betrug nur am Schaden
Wohl fehlt bei der Verführung warum
Kaum geahndet wird wer darauf naiv
Hereinfällt mögen die lieber genießen
Was ist nur ob dann noch immer die
Unschuldsvermutung gelten soll oder
Wir lieber denken sie wissen genau
Was sie tun mag dahinstehen denn
Was bliebe der Lust an Reiz wenn
Es nur noch um Beweise ging
jt 10.10.14
Demokrieg
Nun kommt der Krieg hier an
Auf den Strassen prügeln sich
Anhänger der ISIS mit denen
Die vor ihr flohen es sind die
Tschetschenen in Celle oder
Die Salafisten in Hamburg
Die friedliche Demos in den
Krieg vor der Tür verwandeln
Anhänger des Kalifats die
Gerne Märtyrer werden wollen
Oder es zumindest als Ehre
Sehen für ihren Aberglauben
In den Kampf zu ziehen deren
Opfer hier Kurden oder Jessiden
Sind die sich mit Gewalt wehren
Wo sie provoziert werden womit
Wir den Krieg bei uns haben
Was gut ist damit jemand merkt
Was dort passiert ist kein Film
Das Actionmovie der Tagesschau
Dort sterben Menschen im Kampf
Wie hier bald wenn es nicht eine
Endlich friedliche Lösung gibt
Wir sind im Krieg und da wird
Gekämpft zu glauben es gebe
Lokal beschränkte Konflikte ist
Eine Illusion wer in den Krieg zieht
Zieht ihn zu sich nach Hause
Über kurz oder lang
jt 9.10.14
Flautenlogik
Nun wundern sich die Institute laut
Die deutschen Exporte brächen ein
Die gute Konjunktur drohe nun zu
Schwächeln und schuld daran sei
Ganz klar auch Merkels linke Politik
Die dem Markt schade nur weil es
Der Koalitionspartner so wünsche
Was nichts darüber sagt warum
Oder gar wie sich dies auswirke
Vor allem nicht darauf eingeht wie
Europa durch eine idiotische Politik
Der Sanktionen und der Blockade
Gegenüber Rußland sich selbst in
Eben diese Flaute reitet nur weil
Sie amerikanischer Erpressung
Gefolgt sind statt vernünftig weiter
Zu verhandeln wird Geld an eine
Quasi mitellose Ukraine verschenkt
Die auch die Exporte nicht bessert
Die USA lachen sich einen weil sie
Damit ihre Ökonomie stärken nur
Europa merkt nicht wie dumm es
Sich zum Hanswurst der USA macht
Logisch ist Flaute wenn wir einen
Der großen östlichen Märkte nun
Boykottieren und klar lohnt das nicht
Nachdem sogar der US Vizepräsident
Die Erpressung zugab könnten wir
Endlich den unsinnigen Kurs ändern
Europa als Markt der Freiheit auch
Im Netz endlich etablieren um den
Verklemmten Bruder im Westen
Auf die billigen Plätze verweisen
Schnell hätte die Flaute ein Ende
Es bedürfte nur einer klaren Logik
Keiner rabiateren Ökonomie nach
US Vorbild das lohnt hier nicht
Gehen wir einen europäischen Weg
Das hat uns immer besser getan
Wer hört da noch auf Amerika
jt 9.10.14